DIE IDEE

In Nordhessen besteht ein großer Bedarf an frischem Biogemüse, der nicht durch regionalen Anbau gedeckt werden kann.
Landwirtschaftliche Betriebe können in dieses Segment bislang nicht einsteigen, weil verschiedene Schwierigkeiten bezüglich des Klimas,
der Anbauverfahren, Verfügbarkeit von saisonalen Arbeitskräften sowie Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen und ähnlichem bestehen.
Die OG Biogemüse hat innovative Ansätze zur Lösung des Problems.

Zielsetzung der OG Biogemüse ist die Einrichtung einer regionalen Wertschöpfungskette für biologisch angebautes Feingemüse,
die durch die Zusammenarbeit von drei Partnerschaftsgruppen entsteht.

Innovationen im Anbau

Ein innovativer Ansatz des Projektes ist, den Feingemüsebau in die nordhessische
landwirtschaftliche Fruchtfolge zu integrieren. Üblicherweise wird hier Feingemüse
in Gärtnereien angebaut, die allerdings in der Region kaum etabliert sind, da Nordhessen
bisher kein typisches Gemüsebaugebiet war. Um den möglichen Absatz bedienen zu
können, werden verschiedene innovative Konzepte entwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.

Um den Arbeitsspitzen auf den Feldern beim Unkrautjäten und der Ernte zu begegnen, wird als
ganz neue Idee eine Kooperation mit dem Maschinenring Schwalm-Eder eingegangen.
Dieser stellt in zu entwickelnden Modellen Arbeitskräfte zur Verfügung, die als Kolonne
reihum bei den beteiligten Höfen die genannten Arbeitsspitzen brechen und über Winter in
der Gemüseverarbeitung beschäftigt sein könnten.
Außerdem soll eine gemeinsame Verwendung von Technik zum Anbau und Transport umgesetzt werden.
Der Anbau muss eingebettet werden in ein innovatives Beratungskonzept, dass dem Bedarf des
Feingemüsebaus in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge gerecht wird und sich von der
bisherigen Beratung für Gärtnereien unterscheidet.

Hephata Diakonie und Käpplein Bio
– Aufbereitung, Verarbeitung und Vermarktung

Der weitere innovative Ansatz besteht in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen
Hephata Diakonie und Käpplein und den daraus resultierenden Vermarktungsmöglichkeiten für Feingemüse.
Die Hephata Diakonie sieht in der landwirtschaftlichen Urproduktion und der Aufbereitung von Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbissen für den Handel gute Möglichkeiten, Menschen mit Behinderungen beruflich zu qualifizieren und ihnen eine sinnstiftende Arbeit zu geben, die letztlich der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dient.  Durch die langjährigen und vielfältigen Erfahrungen Hephatas in der sozialen Landwirtschaft und die daraus resultierende Zusammenarbeit mit dem Lebensmittel-Einzelhandel sind gute und verlässliche Absatzstrukturen entstanden.
Auch in der Zusammenarbeit mit Biolandwirten in der Region hat Hephata Jahre lange Erfahrung.

Die Firma Käpplein ist ein führendes Unternehmen in der Verarbeitung von
Biofeingemüse für Convenience-Produkte für Endverbraucher und Großküchen.

In der geplanten Verarbeitungsstätte soll eine Gemüseverwertung mit mehrfachem Nutzen entstehen.
Im „Bereich“ von Hephata wird das frisch vom Feld kommende Gemüse gewaschen, sortiert und aufbereitet.
An dieser Stelle entstehen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.
Qualitativ hochwertiges Gemüse (HKL1) wird von minderwertigerer Ware getrennt
und über die bestehenden Strukturen von Hephata vermarktet. Das absortierte
Gemüse wird, in dem von der Firma Käpplein verantworteten Teil der Verarbeitungsstätte zu Convenience
Salaten aufbereitet und gelangt dadurch ebenfalls in den Handel oder zu Kantinen und Großküchen.
Auf diese Weise werden keine wertvollen Lebensmittel weggeworfen. Die erzeugenden Landwirte können
praktisch die gesamte auf dem Feld erzeugte Ware vermarkten. Dies führt zu einer deutlich höheren
Wertschöpfung in der Erzeugung und ist offenkundig ressourcenschonend. Im Verlauf des Projektes
sollen außerdem weitere Bereiche der Wertschöpfungskette darauf hin geprüft
werden, ob sie sinnstiftende Arbeit für Menschen mit Unterstützungsbedarf bieten.